Eine Beinlängendifferenz (bzw. Gliedmaßenlängendifferenz) verursacht nicht bei jedem Probleme. Wenn die Beinlängendifferenz allerdings zu Hinken oder Schmerzen führt, oder Sie an der Teilnahme an Aktivitäten hindert, die Sie gerne durchführen würden, haben Sie Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun.

Nutzen Sie die Informationen auf dieser Seite, um sich mit den Behandlungsoptionen vertraut zu machen und sich auf Ihr Gespräch mit einem auf Beinlängendifferenzen spezialisierten Arzt vorzubereiten.

„Jetzt, nach meiner Operation, geht das so viel besser. Es hat mein Leben verändert.“  – Lauryn Kapiloff

Ihr Wegweiser zu den Operations- und Behandlungsmöglichkeiten zur Beinverlängerung

Sich bei einer Beinlängendifferenz für die richtige Behandlung zu entscheiden, kann sehr schwer sein. Die Angaben auf dieser Seite dienen als Information über die verfügbaren Behandlungsoptionen. Nicht alle Informationen treffen auf Ihre individuelle Behandlung zu und sie sind nicht dazu gedacht, persönliche Gespräche zu ersetzen, die Sie vielleicht mit Ihrem Arzt oder einem anderen Gesundheitsdienstleister führen möchten.

Ein Arzt, der in den Techniken der Beinverlängerung erfahren ist, kann Ihnen die Behandlungsoptionen, Risiken und Nutzen im Detail erklären – Daher ist es wichtig, dass Sie einen auf Beinlängendifferenzen spezialisierten Arzt finden, um mit ihm zu besprechen, ob eine operative oder konservative Behandlung für Sie am besten wäre.

Was sind die Risiken einer Operation zur Beinverlängerung?

Wie jede andere Operation ist auch eine Beinverlängerung mit Risiken verbunden, und es ist wichtig, dass Sie diese Risiken mit Ihrem Arzt besprechen, um herauszufinden, ob eine Beinverlängerung das Richtige für Sie wäre. Zu den möglichen Komplikationen zählen:

  • Blutgerinnsel – Nach der orthopädischen Operation besteht für Patienten das Risiko einer Bildung von Blutgerinnseln, aber es gibt Maßnahmen im Krankenhaus, um diese zu vermeiden.
  • Verletzte Nerven und Blutgefäße – In manchen Fällen können während der Operation oder während der anschließenden Verlängerung des Knochens Nerven und Blutgefäße verletzt werden.
  • Infektion – Wie bei jeder Operation besteht das Risiko einer Infektion. Da das PRECICE System in Ihren Knochen eingeführt wird, ist das Infektionsrisiko jedoch sehr gering, nur etwa < 1 %. Wenn Sie bereits vorher eine Verlängerung mit einem Fixateur externe hatten, ist das Infektionsrisiko etwas höher. Weitere Einzelheiten hierzu erhalten Sie bei Ihrem Arzt.
  • Gelenksteifigkeit und Erhärtung von Weichgewebe – Während Ihr Knochen verlängert wird, wird auch Ihr Weichgewebe gedehnt und die Muskeln werden stark angespannt. Daher ist es empfehlenswert, dass Sie weiterhin Ihre Hüften, Knie und Knöchel bewegen. Ein Physiotherapeut kann Ihnen Übungen beibringen, die diese Steifigkeit auf ein Minimum reduzieren.
  • Gelenkinstabilität – Nach langen Verlängerungsverfahren besteht ein geringes Risiko, dass ein nahe gelegenes Gelenk ausgerenkt wird.
  • Verzögerte Verheilung (Union) – Kann auftreten, wenn sich während der Verlängerung kein Knochen bildet oder sehr lange für das Zusammenwachsen benötigt. Andere Gründe, die dazu führen, dass der Knochen sich nicht verlängert, beruhen auf dem Dehnen von Nerven, Blutgefäßen, Muskeln und Sehnen.
  • Erneuter Bruch – Nach Entfernung des Systems besteht ein geringes Risiko, dass der verlängerte Knochen bricht. Wenn das passiert, muss das Bein möglicherweise erneut operiert oder eingegipst oder geschient werden. Daher ist es wichtig, dass Sie den Rat Ihres Arztes bezüglich körperlicher Aktivitäten befolgen.

Während eine kleine Beinlängendifferenz vielleicht gar keine Probleme verursacht, kann eine große Differenz zu sichtbarem Hinken führen und eine Behandlung erforderlich machen. Zu den konservativen Behandlungsoptionen zählen das „Abwarten“ bei Kindern, die noch im Wachstum sind, sowie eine Schuherhöhung bei einer Beinlängendifferenz von weniger als 3 – 4 cm.

Operative Behandlungsmethoden werden in der Regel für größere Beinlängendifferenzen von mehr als 3 – 4 cm eingesetzt.

  • Eine Beschränkung des Knochenwachstums (Epiphysiodese oder Wachstumsblockade) ist häufig wirksam, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt während der Pubertät durchgeführt wird, kann aber zu einer geringeren Körpergröße führen.
  • Eine Verkürzung des Knochens ist zwar besser planbar als eine Epiphysiodese, zieht aber eine deutlich längere Erholungszeit nach sich.
  • Mit einer Operation zur Beinlängendifferenz kann der Patient seine volle Körpergröße wiederherstellen. Vergleichbare Möglichkeiten für einen Längenausgleich sind die Externen Fixateure, die vergleichbare Ergebnisse liefern. Der Fixateuer hat im Vergleich zum internen Verlängerungsnagel eine erhöhte Komplikationsrate.3

Einige Beinlängendifferenzen müssen unter Umständen gesondert behandelt werden, aber Sie und Ihr Arzt entscheiden, ob und welche Behandlung für Sie am besten geeignet ist.

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Verwandte Links:

1. Laubscher M, Mitchell C, Timms A, et al. Outcomes following femoral lengthening: An initial comparison of the PRECICE intramedullary lengthening nail and the LRS external fixator monorail system. Bone Joint J 2016;98-B:1382–8.

2. Landge V, Shabtai L, Gesheff M, et al. Patient satisfaction after leg lengthening with internal and external devices. J Surg Orthop Adv 2015;24(2):174-9.

3. Patient Satisfaction After Limb Lengthening With Internal and External Devices