Während der Kindheit können bestimmte Krankheiten oder Verletzungen zu einer Verlangsamung oder Beschädigung der Wachstumsfugen führen und so eine Beinlängendifferenz verursachen.1

Während der Pubertät schließen sich die Wachstumsfugen und werden durch festen Knochen ersetzt. Bis dahin jedoch sind sie die größten Schwachstellen des wachsenden Skeletts und verletzungsgefährdet.1

Bei Verletzungen der Wachstumsfuge, wie z. B. durch einen Bruch, entwickelt sich die Beinlängendifferenz mit der Zeit, weil die beschädigte Wachstumsfuge mit der Entwicklung der Wachstumsfuge im anderen Bein nicht mehr Schritt halten kann. Dies Art von Verletzung wird möglicherweise zu Anfang nicht erkannt und erst über die Jahre sichtbar, wenn die Extremitäten unterschiedlich schnell wachsen.1

Krankheiten am Knochen, wie z. B. eine Osteomyelitis, können ebenfalls zur Verletzung der Wachstumsfuge führen. In diesem Fall können Bakterien oder Viren im Blutkreislauf des Kindes oder das Gewebe des Knochens infizieren und zu einer Osteomyelitis führen. Im Allgemeinen wird diese Art von Infektion bei Frühgeborenen und Säuglingen festgestellt, die mit Komplikationen geboren wurden. Eine Infektion tritt am häufigsten in den langen Knochen im Körper auf.1

Weitere Erkrankungen, die zu einer Wachstumsverzögerung der Extremitäten oder einer Beinlängendifferenz führen können, sind u. a. Morbus Ollier, Neurofibromatose, multiple kartilaginäre Exostosen, Polio, Infektion, Bestrahlung, infantile Zerebralparese, Spina bifida und Klumpfuß, sowie einige andere Knochenerkrankungen und Missbildungen der unteren Extremitäten.1